Die SAP AG hat innerhalb der letzten dreißig Jahre in Deutschland und weltweit einen Multimilliarden Euro schweren Markt entwickelt, an dem nicht nur die SAP partizipiert, sondern auch SAP-Dienstleister, ISVs, aber auch Kunden, die ihre SAP-Kompetenzen am Markt anbieten. Vor allem im deutschsprachigen Raum (DACH) widerfährt dem SAP-Markt eine besondere Bedeutung, zum einen, weil SAP in Deutschland gegründet wurde, zum anderen, weil ein großer Teil der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich und der Schweiz SAP-Kunden sind. Man könnte sagen, dass SAP eine eigene Industrie darstellt. SAP bietet seinen Kunden mittlerweile mehrere hundert einzelne Produkte und Dienstleistungen an. Das Angebot reicht von der allumfassenden Business Suite bis hin zu kleineren Lösungen wie dem SAP NetWeaver Visual Composer. Für Kunden, aber auch für die Partner der SAP ist es schwer, hierüber überhaupt einen Überblick zu behalten. Mit Berücksichtigung der vielen tausend Zusatzprogramme und Dienstleistungsangebote der SAP-Partner wird das Bild noch unübersichtlicher.
Um zumindest bei den Partnerlösungen eine Transparenz für Kunden herzustellen, offeriert SAP den SAP-EcoHub, der als zentraler Anlaufpunkt für Kunden auf der Suche nach SAP-Lösungen dienen soll. Auch die Partnerlösungen reichen von großen zusätzlichen Suiten beispielsweise in den Bereichen Business Intelligence und Enterprise Content Management bis hin zu kleinsten Lösungen für bestimmte Mikrobranchen.
So unterschiedlich die Angebote der einzelnen Partner und auch der SAP sind, sind sie häufig abhängig von gewissen Grundvoraussetzungen des Marktes.
So ist der Erfolg von auf SAP NetWeaver zertifizierten Produkten davon abhängig, ob genügend SAP-Anwender den SAP NetWeaver einsetzen bzw. planen, dies zu tun. Denn Unternehmen lassen sich nur schwer dazu bewegen, für kleine Partnerlösungen große SAP NetWeaver-Implementierungen durchzuführen.
RAAD beobachtet deshalb regelmäßig die Entwicklung der wesentlichen SAP-Produktfamilien, die die Voraussetzung für Schleppgeschäfte für SAP-Partner aber auch für die SAP selbst hinsichtlich ihrer Kundenentwicklung anbieten.
In Österreich findet sich bereits eine hohe SAP-ERP-Einsatzquote. Daher investieren die Bestandskunden der SAP aktuell weniger in die Modernisierung – sprich Migration – ihrer SAP-Systeme. Und auch nach der Migration legen die meisten Unternehmen zunächst eine abwartende Haltung an den Tag und investieren nicht übermäßig in neue Funktionalitäten. ERP 6.0 ist als „sicherer Hafen“ in der Bestandskundschaft akzeptiert und wird nun zunehmend angestrebt.
Betrachtet man die bestehenden Planungen so kann in den nächsten Jahren mit einer Einsatzquote von deutlich über drei Vierteln der Unternehmen für ERP 6.0 gerechnet werden. Die Chancen dafür stehen gut, denn dass die Migration irgendwann erfolgen muss, ist Fakt und ERP 6.0 bietet als technologische Basis für die Business Suite 7 die Möglichkeit, beim Bedarf schnell neue, wettbewerbsdifferenzierende Prozesse zu implementieren. Sicherlich ist dies ein hoher Anreiz für die Unternehmen und so nehmen auch die Planungen für die Implementierung der dafür relevanten Enhancement Packages zu.
RAAD Research befragt SAP-Bestandskunden in Österreich seit mehreren Jahren kontinuierlich zu ihrer SAP-Landschaft. Aktuell werden zweimal jährlich SAP-Kunden befragt. Die hier dargestellten Ergebnisse basieren auf den Ergebnissen der Befragung von April bis Mai 2011 mit mehr als 200 befragten Unternehmen.