RAAD Research

SAP: Mag mich der Kunde mehr, wenn ich ihn selbst betreue?
27. Juni 2011

SAP ist bei der Betreuung seiner Kunden von jeher auf seine Partner angewiesen. Sie sind in vielen Fällen das Sprachrohr der SAP zu ihren Kunden. Wie jedes Unternehmen mit indirektem Vertrieb beschleicht auch SAP immer mal wieder das Gefühl, dass die Einstellung der Kunden zur SAP durch den Partner negativ beeinflusst wird. Aber ist dieser Verdacht auch begründet?

Im Rahmen einer aktuellen Befragung von RAAD wurden SAP-Kunden gefragt, wer ihr präferierter strategischer Partner im Hinblick auf ihre SAP-Landschaften ist. Ein Viertel setzt hierbei allein auf SAP und rund die Hälfte allein auf SAP-Partner. Außerdem wurden die IT-Leiter der Unternehmen um eine Einschätzung zum Verhältnis zwischen ihnen als Kunden und SAP gebeten. Sowohl in der Gruppe, die sich direkt an SAP wendet, als auch in der Gruppe, die einen Partner präferieren, ist der Anteil der Kunden, die ein positives oder sehr positives Verhältnis zur SAP haben, nicht nachweisbar und entscheidend höher oder niedriger. Gleiches gilt für die Antworten zu einem negativen Verhältnis, wobei insgesamt nur acht Prozent aller befragten IT-Leiter angaben, dass ihr Unternehmen ein negatives Verhältnis zur SAP hat. „Eine entweder positive oder negative Einstellung der Kunden gegenüber der SAP ist also nicht nachweisbar davon abhängig, ob SAP selbst oder ein SAP-Partner der präferierte Anprechpartner für Kunden ist,“ erläutert Dr. Cristian Wieland, der leitende Analyst bei RAAD, die Ergebnisse der Befragung. Der Verdacht, dass die Einstellung der Kunden zur SAP durch den Partner negativ beeinflusst wird, ist also unbegründet.

Aber auch wenn der Anteil der Kunden gering ist, die das Verhältnis zu SAP als negativ empfinden, kann sich SAP dennoch nicht zurücklehnen. Denn entscheidend ist auch, dass ein Drittel der Kunden, bei denen SAP in allen strategischen Punkten im Hinblick auf die SAP-Landschaft der präferierte Ansprechpartner ist, sagen, dass ihr Verhältnis zur SAP weder gut noch schlecht ist. „Positiv gesehen kann man sagen, dass diese Kunden vielleicht ein professionelles Verhältnis zur SAP haben. Negativ betrachtet kann man davon sprechen, dass kein Verhältnis existiert. Begeisterung für SAP sieht jedenfalls anders aus,“ urteilt Wieland.

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